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Geht das auch billiger?

Natürlich. Denn es gibt immer einen der es billiger macht....

 

 

Pferde sind ein teures Hobby. Deshalb würden viele Reiter gerne irgendwo Geld sparen. Da wird dann auch schonmal das Gesicht verzogen, als hätte man gerade in eine Zitrone gebissen, wenn man die aktuellen Reitstundenpreise in Erfahrung bringt. Das kennen Reitlehrer, die private Einzeleinheiten und Seminare anbieten ebenso wie Reitschulen und Lehrbetriebe.

Wer ein bisschen weiter denkt, kommt aber sehr schnell drauf, dass der Preis, den man da zahlt, am Ende gar nicht so hoch ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

 

Ein Reitlehrer im Vollerwerb hat nämlich von den scheinbar hohen Einnahmen jede Menge Abgaben zu tätigen.

So wie jeder andere Freiberufler übrigens auch!

Da wären die Berufshaftpflichtversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherung, die Sozialabgaben und natürlich die Steuern zu zahlen. Und am Ende möchte dann ja auch noch der Lebensunterhalt bezahlt werden und niemand sollte jeden Cent dreimal umdrehen müssen, um Leben zu können. Große Sprünge sind am Ende bei den wenigsten drin. 

 

Reitschulen die Lehrpferde zur Verfügung stellen haben noch viele weitere Kosten zu tätigen. 
Auch hier fressen zahlreiche Versicherungen die Einnahmen, denn nicht nur der Reitbetrieb will versichert sein, auch jedes Lehrpferd braucht eine eigene Versicherung. Dazu kommen regelmäßige Ausgaben für Hufschmied und Co, Futter und Einstreu - denn Pferde fressen auch, wenn der Reitschüler mal im Urlaub ist oder eine Pause einlegt - Instandhaltung und Pflege der Anlagen, Beritt und Ausbildung der Pferde sowie Ausbildungen und Fortbildung der Mitarbeiter.

 

Und hier sind wir bei einem ganz wichtigen Punkt angelangt, der gerne übersehen wird. Die Erfahrung.

Ja, ihr zahlt tatsächlich auch für die Erfahrung und das Wissen, das ein Ausbilder mitbringt und nicht nur die reine Anwesenheit in der Reitbahn. Ihr zahlt die vielen Seminare, Ausbildungen und Fortbildungen die ein Reitlehrer gemacht hat, um sein Wissen zu erweitern. Ihr zahlt für die zahlreichen Stunden, die er damit zugebracht hat Fachliteratur zu studieren. Ihr zahlt die Erfahrung die ein Ausbilder im Laufe seiner Jahre mit unterschiedlichen Pferden und Reitern sammeln konnte und somit für die viele Ideen, die er mitbringt, um Reiter und Pferd individuell betreuen zu können. Und dieses Wissen kann mit keinem Geld der Welt aufgerechnet werden.

 

Bevor ihr also künftig etwas pikiert seid, wenn ihr die Reitstundenpreise erfahrt, überlegt, wieviel Wissen und Erfahrung mit euch geteilt wird und welche Bereicherung das für euch und euer Pferd bedeuten kann. Wer Reitunterricht zu Dumpingpreisen anbietet, wird immer irgendwo sparen müssen oder er kann nicht davon leben.

 

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